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Wichtige demographische Fakten zur neuen Bundesregierung

Über 40 Prozent sind Frauen, aber nur wenige Minister kommen aus dem Osten oder einer Migrantenfamilie: Die DW wirft einen Blick auf die demografische Entwicklung der neuen Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

1. Nur ein Minister hat einen nicht-deutschen Elternteil

Rund 13 Prozent aller Deutschen haben einen so genannten Migrantenhintergrund, was bedeutet, dass sie oder mindestens einer ihrer Eltern bei der Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft nicht erhalten haben, so das Statistische Bundesamt (DeStatis). Die meisten dieser Menschen haben ihre Wurzeln entweder in der Türkei oder in ehemaligen Sowjetstaaten wie Polen, Russland und Kasachstan. Hinzu kommt, dass rund 10 Millionen Ausländer in Deutschland leben.

Im neuen Kabinett von Angela Merkel hat jedoch nur eine Person, Justizministerin Katarina Barley, einen nicht-deutschen Elternteil – ihr Vater ist Brite.

2. Frauen machen etwa 44 Prozent des Kabinetts aus

Sechs von 15 Ministern im neuen Bundeskabinett sind Frauen – und Angela Merkel bleibt natürlich auch Kanzlerin. Insgesamt sind 43,8 Prozent des Kabinetts Frauen, genau wie im letzten Kabinett.
Diese relativ gleichmäßige Aufteilung auf die Geschlechter ist vor allem den Konservativen von Angela Merkel, der CDU, die vier von sieben Kabinettspositionen mit Frauen besetzt hat, und den Sozialdemokraten (SPD) zu verdanken – die Hälfte ihrer sechs Ministerien wird von Frauen geleitet. Die bayerische Schwesterpartei der CDU, die CSU – die bekanntlich deutlich konservativer ist als die CDU – schickt nur männliche Minister ins Kabinett.
(Bemerkenswert: Im Deutschen Bundestag sind weniger als 31 Prozent der Sitze mit Frauen besetzt.)

3. Das Kabinett ist im Durchschnitt sieben Jahre älter als die deutsche Bevölkerung

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland liegt laut DeStatis bei 44 Jahren und vier Monaten. Angela Merkel und ihre Minister sind im Durchschnitt 51 Jahre und zwei Monate alt.

Zwei Minister haben die großen Vier-Null noch nicht erreicht: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist 37, Familienministerin Franziska Giffey (SPD) 39. Ältestes Kabinettsmitglied ist Innenminister Horst Seehofer – der Chef der bayerischen Konservativen (68), gefolgt von Kanzlerin Merkel mit 63 Jahren.

4. Bundeskanzlerin Merkel ist die einzige Naturwissenschaftlerin unter den Anwälten und Politikwissenschaftlern

Alle 16 Mitglieder des neuen Kabinetts haben einen Hochschulabschluss. Helge Braun (CDU), der die Kanzlei leiten wird, ist Professor für Medizin, fünf weitere Kabinettsmitglieder – darunter Angela Merkel – sind promoviert.
Der Kanzler, ein Physiker, ist das einzige Kabinettsmitglied mit naturwissenschaftlichem Abschluss. Sechs Minister haben Politikwissenschaft studiert, vier haben einen juristischen Abschluss, drei haben einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss und zwei sind Mediziner.

5. Der ehemalige Osten ist unterrepräsentiert, das Saarland überrepräsentiert

Hast du schon mal vom Saarland gehört? Der winzige südwestliche Staat ist die am stärksten vertretene Region im Kabinett. Nur ein Prozent der deutschen Bevölkerung lebt dort, aber zwei Schlüsselministerien werden von Saarländern geleitet: Außenminister Heiko Maas (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).
Bundeskanzlerin Merkel, die auch einen Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern im Bundestag vertritt, ist eines von nur zwei Mitgliedern der neuen Regierung, die aus den Ländern der ehemaligen DDR kommen, zusammen mit Familienministerin Franziska Giffey (SPD) aus Berlin. Während also 20 Prozent der deutschen Bevölkerung in den neuen Bundesländern leben, stammen nur 12,5 Prozent des Kabinetts aus der ehemaligen DDR.